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Flüchtlings- und Durchgangslager

Als erste Station für viele Vertriebene und Flüchtlinge dienten Flüchtlings- und Auffanglager. Bis ein Weitertransport oder eine Ansiedlung möglich waren, mussten die Menschenmengen verpflegt, registriert, medizinisch betreut und mit einer ersten vorläufigen Unterkunft ausgestattet werden, sei es in Zeltstädten oder in schnell errichteten Barackenbauten.

Als standardisiertes Bauelement hat die Baracke seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Architektur des Lagers geprägt. Als flexibles, rasch zu erbauendes und wieder zerlegbares Provisorium wurde die Baracke erstmals 1885 auf einem internationalen Architekturwettbewerb vorgestellt. Von Hilfsorganisationen im Ersten Weltkrieg eingesetzt, wurden Baracken im Dritten Reich für den Reichsarbeitsdienst in Serie hergestellt. Diese wurden nach 1945 vielfach umgenutzt und beherbergten nun Flüchtlinge.

Zahlreiche Flüchtlingslager entstanden außerhalb der Ortschaften auf freiem Feld. Auch wurden militärische Anlagen und Kasernenbauten umfunktioniert und ausgebaut, im Falle des bayerischen Neutraubling ein ganzes Flughafengelände samt seiner Unterkünfte für Zwangsarbeiter.

Bis heute existieren in Deutschland Flüchtlingslager wie das Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachsen. Sie dienen der Aufnahme von Spätaussiedlern. Die ursprünglichen Barackenbauten sind Massivhäusern gewichen.