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Arbeitslager waren ein wesentliches Instrument der nationalsozialistischen
und der stalinistischen Herrschaftspolitik. Unter extrem harten Bedingungen
und bei mangelnder Versorgung wurde die Arbeitskraft der Menschen unter Zwang
ausgebeutet. Im Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten, zu deren Programm
die „Vernichtung durch Arbeit“ gehörte, war der Übergang
zwischen Arbeits- und Konzentrationslagern fließend.
Trotz Mangel an geeignetem Material und Werkzeug wurden in den stalinistischen
Lagern Kämme, Feuerzeuge, Schmuck, Geschenke, Koch- und Essgeschirr hergestellt.
Der Kontakt zu Einheimischen war strikt verboten und wurde hart geahndet;
das Risiko wurde aber gelegentlich für heimliche Tauschaktionen in Kauf
genommen. Die von den Überlebenden bewahrten Erinnerungsstücke sind
gekennzeichnet durch einen aus der Not geborenen Erfindungsreichtum.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden viele der noch in ihrer Heimat
verbliebenen Deutschen in Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien
bis zu ihrer Vertreibung in Arbeitslager inhaftiert. Tausende wurden in die
Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt.