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Als die Medien in den 1990er Jahren Bilder von langen Flüchtlingstrecks
aus dem ehemaligen Jugoslawien zeigten, fühlten sich viele Menschen an
ihr eigenes Schicksal während und nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert,
darunter auch manche Deutsche.
Flüchtende und Vertriebene machten sich häufig in Gruppen auf den
Weg, um sich gegenseitig zu unterstützen. Oft waren diese Trecks örtlich
organisiert. Meist konnte nur das Notwendigste mitgenommen werden, hinzu kamen
Karren und Fuhrwerke. Die ländliche Bevölkerung trieb ihr Vieh mit.
Trecks bewegten sich oft in kurzen Etappen, denn die Flüchtenden hofften
auf eine baldige Rückkehr. Etliche versuchten auch zurückzukehren,
bis sie ihre Heimat endgültig verlassen mussten.
Die Flucht der deutschen Zivilbevölkerung aus den damaligen deutschen
Ostgebieten ab Winter 1944/45 lief unterschiedlich ab. Trotz offizieller Verbote
starteten einige Trecks auf eigene Faust. Andere warteten den Räumungsbefehl
der örtlichen Parteidienststellen ab, der allerdings oft viel zu spät
kam. Auf den größeren Straßen mussten sie den deutschen Truppen
den Vorrang lassen, zudem waren sie langsamer als die heranrückende Front.
Vor allem in Ostpreußen wurden Trecks von der Roten Armee eingeholt
und überrollt.