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In Zügen

Der Verschiebebahnhof steht als Metapher vor allem für die erzwungenen Bevölkerungsbewegungen in Europa in den 1940er Jahren. Meist erreichten die Betroffenen den nächstgelegenen Bahnhof in Gruppen. Die bereitgestellten Züge waren in der Regel überfüllt. Oftmals stand ihr endgültiges Ziel nicht fest. Sie mussten auf toten Gleisen warten und es kam zu tage- und wochenlangen Irrfahrten. Zudem hatten Truppentransporte bis zum Ende des Krieges Vorrang.

Die Nationalsozialisten nutzten in großem Umfang Züge für die Umsetzung ihrer rassistischen „Umvolkungspolitik“. Deutsche Umsiedler wurden mit der Bahn ins Wartheland gebracht. Für die Deportation der jüdischen Bevölkerung in Ghettos und Konzentrationslager wurden Viehwaggons eingesetzt. Die nach der sowjetischen Besetzung ihrer Heimatländer verschleppten Balten und Polen wurden in überfüllten Zügen in Arbeitslager abtransportiert. Mangelnde Verpflegung, fehlende hygienische Einrichtungen und Kälte forderten auf den langen Fahrten zahlreiche Opfer.