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Gepäck und Memorabilia

Die jeweiligen Umstände der Vertreibungen, Deportationen und Fluchtvorgänge spiegeln sich im mitgenommenen Gepäck wider, dessen Art und Menge oftmals reglementiert war. Zum Handgepäck gehörten Koffer, Rucksäcke und Taschen. Größere Stücke konnte nur mitnehmen, wem ausreichend Transportmöglichkeiten zur Verfügung standen oder wo der Transport organisiert vonstatten ging, wie bei der Umsiedlung der Deutschbalten oder der aus Istrien und Dalmatien vertriebenen Italiener. Deren Hausrat wurde in Lagerhallen zusammengeführt.

Neben Lebensmitteln, Decken, warmer Kleidung, Werkzeug, Kochgeschirr und Dokumenten gelangten auch persönliche und familiäre Erinnerungsstücke ins Gepäck. Aus heutiger Sicht scheinbar belanglose Alltagsutensilien waren von größter Bedeutung für ihre Besitzer. Für die in sowjetische Arbeitslager Deportierten war es ein Glücksfall, wenn sie neben warmer Kleidung auch Handwerkszeug mitnehmen konnten. Doch oftmals ging die letzte Habe unterwegs verloren, wurde geplündert oder gestohlen. Die von der Deportation in Ghettos und Konzentrationslager betroffenen Juden mussten ihre wenigen Habseligkeiten oft bereits am örtlichen Sammelplatz zurücklassen.



Hutkoffer