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In den letzten zwölf Monaten des Zweiten Weltkriegs waren 1.081 Schiffe im Einsatz, um die Flüchtlingsmassen aus Ostpreußen, Pommern, Danzig und Westpreußen über die Ostsee zu bringen. Kriegsschiffe, Handelsschiffe und ehemalige Kreuzfahrtschiffe nahmen die Menschen auf, die sich in den Ostseehäfen von Königsberg über Pillau und Danzig bis nach Gotenhafen (Gdingen) drängten. Das Fassungsvermögen der großen Passagierschiffe war höher als angenommen, trotzdem wurden die Dampfer stark überladen. Die sanitären Bedingungen und die Versorgung an Bord waren dementsprechend katastrophal. Die Überfahrten fanden unter Beschuss sowjetischer U-Boote und alliierter Luftstreitkräfte statt. Ungefähr 40.000 Flüchtlinge und verwundete Soldaten gingen mit den zweihundert Schiffen unter, die zwischen Herbst 1944 und Mai 1945 bombardiert wurden. Die Versenkungen des ehemaligen KDF-Dampfers „Wilhelm Gustloff“ am 30.1.1945, des Frachters „Goya“ am 16.4.1945, der „Steuben“ am 9.2.1945 und der „Cap Arcona“ am 3.5.1945 gehörten zu den dramatischsten und verlustreichsten Schiffsuntergängen der Weltgeschichte. Mit der „Wilhelm Gustloff“ gingen 9.343 Menschen unter, 1.252 überlebten. Insgesamt gelang fast 2,5 Millionen Menschen die Flucht über die Ostsee, darunter etwa 500.000 bis 600.000 Verwundeten und Soldaten.