Die Ukrainer, die einen unabhängigen Nationalstaat anstrebten, sahen sich darin von Russen und Polen gleichermaßen behindert. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die östliche Ukraine an die UdSSR, die westliche an Polen. Ab 1939 weitete sich der stalinistische Terror, der in den 1930er Jahren mit Millionen von Hungertoten in der sowjetischen Ukraine gewütet hatte, auf die Westukraine aus. Daher begrüßten 1941 viele Ukrainer zunächst den deutschen Einmarsch. Doch die NS-Führung hatte kein Interesse an einer selbständigen Ukraine. Sie sah in ihr nur ein weiteres Ausbeutungsgebiet für Arbeitskräfte, landwirtschaftliche und industrielle Produkte. Auf Grund der Kämpfe an der Ostfront entglitt der Wehrmacht die Kontrolle über das ukrainische Hinterland. In der Westukraine (Wolhynien, Ostgalizien) begannen 1943 ukrainische Partisanen (UPA), polnische Dörfer zu überfallen und die Bevölkerung zu ermorden. Dahinter stand die Absicht, die Polen aus dem Gebiet des erstrebten künftigen ukrainischen Staates zu vertreiben. Etwa 100 000 Polen wurden ermordet, etwa 300 000 flohen in die Städte oder in das Generalgouvernement. Polnische Partisanen übten Rache und töteten bis zu 20.000 Ukrainer.