Im geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts vom
23.8.1939 beschlossen die Diktatoren die Aufteilung Polens zwischen der Sowjetunion
und dem Deutschen Reich. Das deutsch besetzte Gebiet wurde in die Reichsgaue
Danzig-Westpreußen und Wartheland sowie das „Generalgouvernement“
unterteilt. Aus Danzig-Westpreußen, dem Wartheland, aus Oberschlesien,
dem Bezirk Zichenau (Ciechanów) und dem Kreis Sudauen (Suwalki) wurden
insgesamt etwa 840.000 Polen vertrieben oder deportiert, davon etwa 70.000-80.000
polnische Juden, die in Ghettos und später in Konzentrationslager verbracht
wurden. Zwei Millionen polnische Zwangsarbeiter wurden ins Reich verschleppt.
Von der Vertreibung waren die Angehörigen der polnischen Eliten besonders
stark betroffen. Viele wurden unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen
ermordet.
Die Westverschiebung Polens 1944/1945 führte zur Umsiedlung von etwa
1,2 Millionen Polen aus den von der Sowjetunion annektierten polnischen Ostgebieten
(Galizien, Wolhynien, Weißrussland, Litauen) nach Polen sowie zur Vertreibung
von rund 480.000 Ukrainern aus Polen in die Sowjetunion bis zum Sommer 1946.
In der so genannten Aktion Weichsel erfolgte 1947 die Umsiedlung von 140.575
Ukrainern innerhalb Polens.
Im August 1941 wurden Litauen, Lettland und Estland in die Sowjetunion eingegliedert.
Viele Bewohner wurden nach Sibirien verschleppt, gefoltert und getötet.
Die Gesamtzahl der Opfer der ersten sowjetischen Besatzung zwischen Juni 1940
und Juni 1941 beläuft sich wahrscheinlich auf etwa 170.000. Eine zweite
Massendeportation durch die Sowjetarmee folgte 1945, eine dritte 1949.