Dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22.6.1941 folgte in der UdSSR die Deportation der deutschen Minderheiten. Zehn Wochen nach Kriegsbeginn erließ der Oberste Sowjet ein Dekret, das sich offiziell nur auf die Wolgadeutschen bezog. Es wurde aber auf alle Deutschen im europäischen Teil des Landes ausgedehnt. In der Ostukraine und auf der Krim begannen die Deportationen schon im Juli 1941. Innerhalb weniger Stunden mussten die Russlanddeutschen ihre Wohnungen verlassen. Nach wochenlanger Fahrt in Güterwagen gelangten sie an ihre Verbannungsorte in Sibirien, Kasachstan und Mittelasien. Männer zwischen 15 und 60 und Frauen ohne Kinder kamen in die so genannte „Trudarmija“ (Arbeitsarmee). Ein Drittel überlebte Transport und Arbeitslager nicht. Die deutsche Sprache war bis in die 1950er Jahre verboten. Den Kindern war der Schulbesuch untersagt und die Teilnahme am Gottesdienst wurde den Deportierten verwehrt. Noch heute leben Deportierte und ihre Nachkommen in den Deportations- gebieten, sofern ihnen nach dem Ende des Kalten Krieges eine Ausreise nach Deutschland nicht möglich war.