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EINFÜHRUNG


SCHICKSALE

ARMENIER 1915/16
GRIECHEN UND TÜRKEN 1922/23
JUDEN IN DEUTSCHLAND AB 1933
POLEN, UKRAINER UND DAS BALTIKUM
DIE DEUTSCHEN AM ENDE DES 2.WK
FINNISCHE KARELIER 1939/40-44
ITALIENER AM ENDE DES 2.WK
ZYPERN 1963/64 UND 1974/75
JUGOSLAWIEN IN DEN 90 JAHREN

THEMENRÄUME


AUSSTELLUNG IN BERLIN

Bevölkerungsaustausch zwischen UDSSR und Polen und die „Aktion Weichsel“

Am 16.8.1945 unterzeichneten die Führungen Polens und der UdSSR einen Grenzvertrag, der die Westverschiebung Polens und den gegenseitigen Bevölkerungsaustausch regelte. Bis Ende 1948 verloren 1.200.000 Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten ihre Heimat. Mit dem Propagandabegriff „Repatriierung“ versuchte die polnische Regierung zu vertuschen, dass die Polen in den von Stalin annektierten Gebiete zwangsausgesiedelt wurden. Viele dieser Menschen fanden in Pommern, Schlesien und im südlichen Ostpreußen ein neues Zuhause. Bis Mitte 1946 wurden etwa 482.000 Ukrainer aus Polen in die Ukraine abgeschoben. Für manche ging die Reise unmittelbar weiter nach Sibirien. Angesichts der Befürchtungen über die Verhältnisse in der stalinistischen Sowjetunion sträubten sich viele, Polen zu verlassen. Daher wies Moskau die Warschauer Führung an, die verbliebenen Ukrainer in entlegene Landesteile zu zerstreuen. Im Sommer 1947 wurden in der „Aktion Weichsel“ 140.575 Ukrainer in die Oder-Neiße-Gebiete gebracht und dort verstreut angesiedelt – oft nur eine Familie pro Dorf. Ihre früheren Höfe wurden enteignet, Familiennamen polonisiert, der Gebrauch der ukrainischen Sprache und die Ausübung des griechisch-katholischen Gottesdienstes untersagt.

Gemeinsamer Text zu den Bildern:
Zdzislaw Patrylak (1928-1999) wurde als Ukrainer im April 1946 mit seinen Eltern aus Polen in die Ukrainische Sowjetrepublik zwangsumgesiedelt. Er stammte aus dem Dorf Nagórzany im Gebiet Sanok. In dem Dorf lebten vor der Umsiedlung 70 polnische und sechs ukrainische Familien. Im Juni 1946 traf die Familie in der neuen Heimat ein, dem Dorf Hayi-Rostotski im Gebiet Ternopil. Dort bekam sie das Haus eines Polen, der 1944 von Ukrainern umgebracht worden war. In der Ukraine ließ sich Zdzislaw Patrylak mit seinem zweiten Vornamen „Michal“ rufen, weil es „Zdzislaw“ im Ukrainischen nicht gibt.