Antisemitische Plakate hetzten unübersehbar im Straßenbild und beschuldigten die Juden lange vor Kriegsbeginn, einen „zweiten Weltkrieg entfachen“ zu wollen. Seit 1938 wurden Juden gezwungen, zusätzlich die Vornamen „Sara“ und „Israel“ zu tragen. Ihre Ausweise wurden mit einem „J“ gekennzeichnet. In der Pogromnacht vom 9.11.1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Friedhöfe geschändet und jüdische Geschäfte zerstört. Zahlreiche Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt, andere ermordet. Die deutsche Bevölkerung, soweit sie nicht beteiligt war, sah fast ohne Ausnahme tatenlos zu. Nachdem Deutschland am 1.9.1939 den Krieg begonnen hatte, wurden die noch in Deutschland lebenden Juden ihrer letzten Rechte beraubt. Seit dem 19.9.1941 waren sie durch den gelben „Judenstern“ stigmatisiert. Von der nichtjüdischen Bevölkerung isoliert, öffentlich schikaniert, ihres Vermögens beraubt, aus ihren Wohnungen vertrieben und in so genannten „Judenhäusern“ zusammengepfercht, wagten die meisten sich kaum mehr auf die Straße. Die Ausgehzeiten für Juden waren streng reglementiert. In Berlin wurden Juden auch auf Grund der von Albert Speer geleiteten Neugestaltung der Reichshauptstadt aus ihren Wohnungen vertrieben.