Das Exil war nicht einfach, doch ebenso kompliziert war die Aufnahme der Flüchtlinge in Italien, einem Land mit Millionen Arbeits- und Obdachlosen. Es gab über 100 staatliche Flüchtlingslager von Triest bis Sizilien und Sardinien, mit schwierigen hygienischen und sanitären Zuständen. Die katholische Kirche versuchte die Not zu lindern. Die Religion, die starke Rolle der Frauen in den Familien und das Bewusstsein der eigenen Identität hielten die Vertriebenen in einer misstrauischen oder gar feindlichen Umgebung zusammen. Italien verdrängte, dass es den Krieg verloren und dass die Mehrheit den Faschismus unterstützt hatte. Während der Friedensverhandlungen wollte Italien zwar den Exodus aus Julisch-Venezien im Hinblick auf eine Volksabstimmung stoppen. Doch letztlich scheute die Regierung ein Referendum, da dann die Südtiroler auch ein solches gefordert hätten. Die Linke betrachtete die Flüchtlinge als „Faschisten“, die sich Titos Sache verweigerten, oder als Nationalisten, die die Wahlen in Italien zugunsten der Rechten beeinflussen würden.