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EINFÜHRUNG


SCHICKSALE

ARMENIER 1915/16
GRIECHEN UND TÜRKEN 1922/23
JUDEN IN DEUTSCHLAND AB 1933
POLEN, UKRAINER UND DAS BALTIKUM
DIE DEUTSCHEN AM ENDE DES 2.WK
FINNISCHE KARELIER 1939/40-44
ITALIENER AM ENDE DES 2.WK
ZYPERN 1963/64 UND 1974/75
JUGOSLAWIEN IN DEN 90 JAHREN

THEMENRÄUME


AUSSTELLUNG IN BERLIN

Die „ethnischen Säuberungen“ – die „Foibe“

Während des Zweiten Weltkrieges waren „ethnische Säuberungen“ Teil des Kampfes der Jugoslawen gegen die deutschen Besatzer und ihre italienischen Verbündeten. Diese Gräueltaten fanden zeit-gleich mit der Deportation von Juden durch die Deutschen statt. Sie gingen nach Ende des Krieges weiter. Die Jugoslawen wollten sich für das vor dem Krieg erlittene Unrecht und die Unterdrückung des Widerstandes während der italienischen Besatzung Sloweniens 1942/43 rächen. Ziel war es, nicht nur Vertreter von faschistischer Armee, Partei und Behörden, sondern alle Italiener aus der Region zu vertreiben. Die Jugoslawen versuchten, italienisches Gebiet bis zum Fluss Tagliamento zu erobern. Der Ideologie des „Klassenkampfes“ zwischen armer Land- und reicher Stadtbevölkerung folgend, griffen sie zunächst das Großbürgertum, dann auch Vertreter anderer Schichten, Geistliche und Nichtkommunisten an. Durch den Terror sollte den Italienern jede Hoffnung genommen werden, auf ihrem Land bleiben zu können. Die Opfer, darunter Alte und Kinder, wurden tot oder lebendig in „foibe“, d. h. in tiefe Karstlöcher, Bergwerke oder Massengräber geworfen. Sie wurden im Meer ertränkt, starben während der Verschleppung oder verschwanden spurlos. Die größten Gewaltwellen herrschten 1943 nach dem Waffenstillstand der Italiener und bei Kriegsende 1945, als Marshall Titos Partisanen das gesamte Gebiet besetzten. Nach dem Krieg wurden „ethnische Säuberungen“ gegen Minderheiten eingesetzt, die das neue kommunistische Regime in Jugoslawien nicht anerkennenwollten. Die „ethnischen Säuberungen“ in Jugoslawien dauerten noch Jahre an. Man kann auch von „massenhafter politischer Gewalt“ sprechen. Die italienischen Kommunisten unterstützten Tito und trugen zur Verfolgung von Italienern bei, die sich der jugoslawischen Herrschaft nicht fügten. Eine genaue Zahl der Opfer, davon etwa 70 Prozent Zivilisten, gibt es nicht. Es können bis zu 12.000 sein, manche Historiker tendieren zu geringeren Zahlen. Da in unzugänglichen Gebieten nicht alle Leichen geborgen werden konnten und Jugoslawien den Zugang verwehrte, liegt die offizielle Zahl identifizierter Opfer bei nur 4.300.