Die slawische Bevölkerung bildete in Städten und
an der Küste Istriens eine Minderheit. Sie nahm im Landesinneren zu und
stellte die Mehrheit an der dünn besiedelten Grenze. Fiume/Rijeka war
eine Vielvölkerstadt mit italienischer Mehrheit. Entlang der Küste
Dalmatiens siedelten überall Italiener, in Zara/Zadar bildeten sie die
Mehrheit. In Triest und Fiume/Rijeka lebten viele Juden. Sie bildeten einen
integralen Teil der italienischen Gesellschaft bis zu den „Rassegesetzen“
von 1938.
Die italienische Herrschaft verfolgte zwei Ziele:
Einerseits förderte sie staatliche Unternehmen, die Landgewinnung, Bergbau,
Industrie und Handel betrieben, was allen ethnischen Gruppen zugute kam. So
hatte die Stadt Zara/Zadar den Status eines Freihafens. Andererseits ging
das faschistische Regime gegen politische, besonders kommunistische Gegner
vor und verhängte gegen slowenische und kroatische Nationalisten harte
Strafen wegen Gefährdung der Staatssicherheit. Die Zwangsitalienisierung
wurde forciert, slawische Schulen und Zeitungen verboten. Italienisch wurde
alleinige Sprache in Schulen und Kirchen, slawische Orts- und Familiennamen
italienisiert. Faschistische Gruppen an der Grenze verhielten sich oft aggressiv
gegenüber der slawischen Minderheit, wie auch die jugoslawischen Behörden
in Dalmatien gegenüber Italienern.