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EINFÜHRUNG


SCHICKSALE

ARMENIER 1915/16
GRIECHEN UND TÜRKEN 1922/23
JUDEN IN DEUTSCHLAND AB 1933
POLEN, UKRAINER UND DAS BALTIKUM
DIE DEUTSCHEN AM ENDE DES 2.WK
FINNISCHE KARELIER 1939/40-44
ITALIENER AM ENDE DES 2.WK
ZYPERN 1963/64 UND 1974/75
JUGOSLAWIEN IN DEN 90 JAHREN

THEMENRÄUME


AUSSTELLUNG IN BERLIN

Der Exodus

Ursachen für Flucht und Vertreibung der italienischen Bevölkerung waren vor allem die „ethnischen Säuberungen“, die alliierte Bombardierung von Zara/Zadar, die Ablehnung der neuen Machthaber und die unsicheren ökonomischen Verhältnisse. Jugoslawien hat nie ein Vertreibungsdekret erlassen, dennoch war die Vertreibung ein langer, kontinuierlicher Leidensweg zwischen 1943 und 1955. Nach der Aufgabe von Zara/Zadar 1944 gipfelte die erste Phase 1947 in der Vertreibung aus Fiume/Rijeka und Pola/Pula, nachdem die Städte und zwei Drittel von Istrien auf Grund des Pariser Friedensvertrages an Jugoslawien fielen.
Der zweite Massenexodus fand nach dem Londoner Abkommen von 1954 statt, welches den Rest von Istrien (die so genannte „B-Zone“) Jugoslawien zusprach. Triest und sein Umland (die „A-Zone“), bislang unter alliierter Verwaltung, fiel zurück an Italien. Das Abkommen von Osimo zwischen Italien und Jugoslawien 1975 bestätigte diese Aufteilung. Die Italiener durften nur wenig Gepäck und Geld mitnehmen, der Besitz musste aufgegeben werden. Die Ausreise erfolgte z. T. insgeheim auf dem Land- oder Seewege, mit Küstenbooten und Fischkuttern, im Falle von Pola/Pula mit italienischen Passagierdampfern. Selbst Ruderboote überquerten die Adria. Die Flüchtlinge gehörten zu allen Klassen, darunter drei Bischöfe mit ihren Geistlichen sowie Mönche und Nonnen. Insgesamt waren es wohl bis zu 300.000, von denen 240.000 nach Italien, der Rest in alle Welt emigriert ist. Nur wenige Italinner blieben in Jugoslawien. Sie waren nicht reisefähig oder sympathisierten mit dem Regime von Tito.