Nach dem Einmarsch Deutschlands in Polen am 1.9.1939 forderte die Sowjetunion von Finnland u. a. die karelische Landenge mit ihrem Zugang nach Leningrad und einige militärische Stützpunkte. Als Finnland dieses Ansinnen ablehnte, überfiel die Sowjetunion das Land ohne Kriegserklärung am 30.11.1939. Aus Furcht vor einem bevorstehenden Kriegsausbruch war bereits im Oktober 1939 ein Teil der Bevölkerung aus den östlichen Gebieten evakuiert worden. Als es zunächst ruhig blieb, kehr¬ten viele Menschen zurück und wurden von dem sowjetischen Angriff völlig überrascht. Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft mussten sie erneut fliehen. Der Vertrag von Moskau vom 12.3.1940 beendete den Winterkrieg. Finnland wurde nicht besetzt, musste aber etwa sieben Prozent seines Territoriums an die Sowjetunion abtreten. Dazu gehörten Grenz- und Mittel-Karelien, die karelische Landenge sowie Petsamo, Salla und Kuusamo im Norden. Etwa 420.000 Menschen (fast zwölf Prozent der finnischen Bevölkerung) verließen während und nach dem Krieg die umkämpften Gebiete. 407.000 von ihnen waren Karelier. Ein Einquartierungsplan regelte ihre provisorische Unterkunft und ein Schnell-Besiedlungsgesetz die Landzuteilung.