Im Juli 1944 hatten die Sowjetführung und die provisorische polnische Regierung in Lublin ein Geheimabkommen über die neue polnische Westgrenze geschlossen. Beiden war daran gelegen, bis zur ersten Nachkriegskonferenz der Siegermächte in den an Polen fallenden deutschen Gebieten unumkehrbare Fakten zu schaffen und möglichst viele Deutsche zu vertreiben. Schon im März 1945 übergaben die Sowjets die deutschen Ostprovinzen an die polnischen Behörden. Zu deren ersten Maßnahmen gehörte die Umbenennung von Orten und Straßen. Per Dekret verloren die Deutschen sämtliche Rechte sowie ihr Vermögen. Die verbliebenen Deutschen mussten überwiegend Zwangsarbeit leisten, ein Teil wurde in Lager gesperrt, ein Teil in die UdSSR verschleppt. Auf der Potsdamer Konferenz behauptete Stalin zunächst, östlich von Oder und Neiße gäbe es keine Deutschen mehr, da alle vor der Roten Armee geflohen seien. Tatsächlich befanden sich trotz der Vertreibungen noch mehrere Millionen Deutsche in diesen Gebieten. Das Potsdamer Protokoll forderte daher die „Überführung der deutschen Bevölkerung nach Deutschland auf geordnete und humane Weise“. Jedoch konnte davon keine Rede sein. Die Deutschen wurden Schritt um Schritt bis 1948 in Güterzügen vertrieben, soweit ihnen nicht noch die Flucht nach Westen gelang. Erst in der Schlussphase 1947 verbesserten sich die humanitären Bedingungen für die Transporte.