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AUSSTELLUNG IN BERLIN

Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Ostpreussen, Pommern und Schlesien

Die nahende Front löste die Flucht der Deutschen östlich von Oder und Neiße aus. Bereits die Bombardierung Königsbergs durch die Royal Air Force Ende August 1944 war für die Deutschen in Ostpreußen ein Schock. Die NS-Befehlshaber verbreiteten zwar Durchhalteparolen und verboten Evakuierungen. Dennoch löste die Angst vor der Roten Armee eine Massenflucht aus. Seit Januar 1945 war der Landweg nach Westen abgeschnitten. Die viel zu spät auf den Weg geschickten Trecks wurden von der Roten Armee überrollt oder schlugen den gefahrvollen Fluchtweg nach Danzig und Pommern über das zugefrorene Haff ein, der mit Glück in die Verschiffung über die Ostsee mündete.
Nach der Kapitulation und den „wilden“ Vertreibungen folgte die staatlich-bürokratische Zwangsaussiedlung aus den unter polnischer Verwaltung stehenden Gebieten. Seit Mai 1945 wurden etwa 3,5 Millionen Deutsche aus den Oder-Neiße-Gebieten vertrieben. Das südliche Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, die Neumark, Schlesien und Danzig kamen unter polnische, das nördliche Ostpreußen mit Königsberg unter sowjetische Verwaltung. Teils in organisierten Sammeltransporten, teils individuell machten die Menschen sich auf den erzwungenen Weg, oft gingen Lagerhaft und Zwangsarbeit der Abschiebung voraus.

Gemeinsamer Text zu den Bildern:
Fritz A. Pfuhle (Professor für Freihandzeichnen an der Fakultät für Architektur) aus Danzig gehörte zu den nicht kriegsdienstverpflichteten Hochschulangehörigen, die im Januar 1945 auf das Schiff "Deutschland" evakuiert wurden. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Irene Pfuhle sowie seinen Töchtern Elisabeth Roggemann, geb. Pfuhle, und Gesa Pfuhle. Der einzige Sohn der Familie, Christian Pfuhle, erhielt am 14.1.1945 einen Marschbefehl und ist wahrscheinlich bei den Kämpfen im Raum ?odz ums Leben gekommen. Trotz Fluchtverbots erhielt die Familie Pfuhle einen eilig ausgestellten Marschbefehl, der ihnen nicht nur die lebensrettende Flucht, sondern sogar die Ausstellung von Lebensmittelkarten am Ankunftsort ermöglichte. Sie erreichten am 4.2.1945 Kiel, von dort gelangten sie weiter nach Nörten-Hardenberg, wo sie vom Grafen Hardenberg aufgenommen wurden. Auf Schloss Hardenberg verbrachten sie das Kriegsende und die ersten Nachkriegsjahre - davon berichtete Irene Pfuhle in ihrem Tagebuch. An Hab und Gut durfte die Familie auf ihre Flucht mehrere Koffer mitnehmen, von denen jedoch nur noch der hier gezeigte mit persönlichen Dokumenten erhalten ist.