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EINFÜHRUNG


SCHICKSALE

ARMENIER 1915/16
GRIECHEN UND TÜRKEN 1922/23
JUDEN IN DEUTSCHLAND AB 1933
POLEN, UKRAINER UND DAS BALTIKUM
DIE DEUTSCHEN AM ENDE DES 2.WK
FINNISCHE KARELIER 1939/40-44
ITALIENER AM ENDE DES 2.WK
ZYPERN 1963/64 UND 1974/75
JUGOSLAWIEN IN DEN 90 JAHREN

THEMENRÄUME


AUSSTELLUNG IN BERLIN

DIE VERTREIBUNG DER DEUTSCHEN AM ENDE DES ZWEITEN WELTKRIEGS

Nach dem Ersten Weltkrieg waren die deutschen Minderheiten in den Territorien, die das Deutsche Reich nach dem Versailler Vertrag abtreten musste, Repressionen ausgesetzt. Vielerorts wurde ihnen die Aussiedlung nahegelegt. Diese „kalte Vertreibung“ betraf bis 1939 etwa 1,5 Millionen Deutsche. Flucht und Vertreibung von 12 bis 14 Millionen Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs aus den deutschen Ostgebieten und aus deutschsprachigen Regionen außerhalb Deutschlands stellten die größte Zwangsmigration in der europäischen Geschichte dar. Betroffen waren in erster Linie Frauen, Kinder und alte Menschen. Eine sehr große Zahl von Menschen, etwa zwei Millionen, kam dabei ums Leben. Auslöser der Fluchtwelle war der Vormarsch der Roten Armee. Auf die unkoordinierte Flucht folgte die planmäßige Vertreibung. Die quantitativ bedeutendsten Vertreibungen betrafen die deutschen Provinzen Ostpreußen, Pommern, Schlesien, das östliche Brandenburg, die Stadt Danzig sowie die Deutschen im ehemaligen Westpreußen und im Warthegau, ferner die deutsche Bevölkerung in der Tschechoslowakei. Außerdem gab es Vertreibungen der deutschen Minderheiten aus Ungarn und Jugoslawien. Deutsche, die kurz vor oder während des Zweiten Weltkrieges aus der Sowjetunion, den baltischen Staaten oder aus Südosteuropa zwangsumgesiedelt worden waren, mussten sich erneut auf den Weg gen Westen machen. Nach der deutschen Besatzung war die durch Stalin betriebene und von den Westalliierten und der polnischen Regierung akzeptierte Westverschiebung Polens bis an die Oder-Neiße-Grenze eine weitere Ursache für die Vertreibungen in den deutschen Ostgebieten. Mit Kriegsbeginn setzten bei den Kriegsgegnern Deutschlands Planungen für die Nachkriegszeit ein, zu denen auch Umsiedlungen gehörten. Während des Kriegsgeschehens und angesichts der von deutscher Seite verübten Gräueltaten radikalisierte sich die Haltung der Exilregierungen Polens und der Tschechoslowakei sowie 1944/45 auch die der Ungarn und Jugoslawen gegenüber den Deutschen in ihren Ländern. Sie wurden kollektiv für die Verbrechen des NS-Regimes verantwortlich gemacht. Die Vertreibung spielte zudem als politisch populäres Element im Prozess der kommunistischen Machtergreifung 1945 eine Rolle.

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