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EINFÜHRUNG


SCHICKSALE

ARMENIER 1915/16
GRIECHEN UND TÜRKEN 1922/23
JUDEN IN DEUTSCHLAND AB 1933
POLEN, UKRAINER UND DAS BALTIKUM
DIE DEUTSCHEN AM ENDE DES 2.WK
FINNISCHE KARELIER 1939/40-44
ITALIENER AM ENDE DES 2.WK
ZYPERN 1963/64 UND 1974/75
JUGOSLAWIEN IN DEN 90 JAHREN

THEMENRÄUME


AUSSTELLUNG IN BERLIN

Nicht-Muslime im Osmanischen Reich

Grundlage des Gesellschaftssystems des Osmanischen Reiches war die Einteilung der Bevölkerung nach ihrer Religionszugehörigkeit in so genannte Millets („Glaubensnationen“). Die herrschende Millet war die der Muslime. Dieses System regelte in einem imperialen, territorial schwer zu beherrschenden Staat die Autoritätsverhältnisse. Modifizierungen dieses Systems traten mit den politischen und ökonomischen Entwicklungen des 18. und 19. Jahrhunderts ein. Hier spielten die Gebietsverluste im russisch-türkischen Krieg von 1768-1774 und Reformen in Militär und Verwaltung eine wichtige Rolle. Der Niedergang des Vielvölkerstaats bot nach innen durchaus Chancen für Reformen und Modernisierung, vor allem in der so genannten Tanzimat-Periode (1839-1876). 1856 wurden per Gesetz Nicht-Muslime den Muslimen gleichgestellt. Armenier und kleinasiatische Griechen erlebten eine kulturelle und gesellschaftliche Blütezeit sowie wirtschaftlichen Aufschwung. Künstler, Architekten, Kaufleute stellten ihre Fähigkeiten in den Dienst des Osmanischen Reiches. Ein Rückschlag erfolgte unter Sultan Abdülhamit II., der 1876 die eben erst verabschiedete osmanische Verfassung und damit die rechtliche Gleichstellung der Bürger außer Kraft (bis 1908) setzte.