Zeitgleich mit dem Rückzug der griechischen Truppen
1922 aus Kleinasien schlugen die Briten vor, dort ein Protektorat des Völkerbundes
zu errichten. Doch die Türken unter Mustafa Kemal suchten eine militärische
Lösung. Für sie war dieser Feldzug ein nationaler Befreiungsschlag
von den starren Strukturen des osmanischen Sultanats.
Die Hafenstadt Smyrna an der ägäischen Küste wurde zum Nadelöhr
für alle Flüchtenden, waren es griechische Einheiten oder Zivilisten.
Vor der Stadt ankerten die Schiffe der alliierten Flotten, um Diplomate und
Landsmänner aufzunehmen. Griechische Ordnungshüter wurden geschickt,
um in der Stadt das Chaos des verlorenen Feldzuges einzudämmen. Smyrna,
eine blühende Handelsmetropole, in der seit dem 17. Jahrhundert ein Völkergemisch
aus Armeniern, Juden, Griechen, Türken und Kontinentaleuropäern
lebte, wurde zum Symbol des Untergangs des Hellenismus auf kleinasiatischem
Boden.
Am Morgen des 9.9.1922 begann die Besetzung Smyrnas durch die Türken.
Vom 13.-15.9. zerstörte ein vermutlich gezielt gesetzter Flächenbrand
die armenischen und griechischen Viertel, Tausende Einwohner versuchten sich
über den Kai auf Schiffe zu retten, Tausende starben in den Flammen.
Nach zeitgenössischen Berichten verbrannte mindestens ein Fünftel
der Bevölkerung.