Auf dem griechischen Festland wurden die „Mikrasiates“
vor allem im Umkreis der Großstädte Athen und Thessaloniki angesiedelt.
Auf dem Land führten die Flüchtlinge neue Anbaumethoden (u. a. für
Tabak und Baumwolle) und Hausbauweisen ein. In den Städten entstanden
ganze Viertel in neuartiger Bauweise, z. B. Kalamaria in Thessaloniki oder
Nea Smyrna in Athen. Die aus Griechenland ausgesiedelten Muslime konnten aufgrund
ihrer geringeren Zahl relativ problemlos in die Türkei integriert werden.
Sie wurden hauptsächlich auf die ländlichen Gebiete verteilt. Doch
auch hier war aufgrund der kriegsbedingten Verwüstungen der Neuanfang
schwierig.
Der Bevölkerungsaustausch war hauptsächlich entlang der religiösen
Zugehörigkeit vollzogen worden. Andere Kriterien wie etwa die Sprache
wurden weniger beachtet. Das führte in vielen Fällen zu Integrationsproblemen
und zu gebrochenen Biographien: Viele der griechischen Muslime sprachen kaum
Türkisch; ihnen waren die anatolischen Sitten zunächst ebenso fremd
wie den orthodoxen Christen Kleinasiens das hellenische Festland. Die aus
Kappadokien stammenden orthodoxen Karamanlides etwa sprachen Türkisch
und schrieben es mit griechischen Buchstaben. Neben dem Flüchtlings-
fonds des Völkerbundes halfen vor allem das Internationale Rote Kreuz
und die American Relief Administration, die Infrastrukturen in den neuen Ansiedlungsgebieten
aufzubauen.